Meister oder Techniker?
von Thomas am Februar 16, 2012
Viele möchten sich nach ihrer Ausbildung weiterbilden und stellen sich die Frage für welche Weiterbildung sie sich entscheiden sollen – Meister oder Techniker?
Dazu ist es sicher nicht verkehrt sich zu überlegen welche (beruflichen) Ziele man erreichen möchte.
Während die klassischen Meisterjobs wie z.B. Abteilungsleiter oder Schichtführer nah an der Produktion sind und in der Regel die Führung von Fachpersonal beinhalten, sind Techniker oft in den Bereichen der Entwicklung oder Planung zu finden.
Das macht sich auch im Unterrichtsstoff bemerkbar.
Der Rahmenlehrplan eines Industriemeisters beinhaltet größtenteils die Führung von Mitarbeitern, rechtliche Vorschriften und betriebswirtschaftliche Themen.
Dagegen muss ein Techniker eher naturwissenschaftliche und technische Themenbereiche erlernen.
Ist die Frage nach den beruflichen Zielen klar, kann man sich Gedanken machen ob man sich für einen Teilzeitkurs entscheidet um weiterhin Geld zu verdienen und praktische Erfahrungen zu sammeln, oder ob man einen Vollzeitkurs vorzieht um die Weiterbildung in kürzerer Zeit zu durchlaufen. Bei der Vollzeitvariante verdient man leider nebenher kein Geld und ist ggf. auf Meister-BaföG angewiesen.
Folgende Zeiten werden für die einzelnen Bildungswege in etwa benötigt (Projektarbeiten inklusive):
Industriemeister
- Teilzeit ca. 3 Jahre
- Vollzeit ca. 1,5 Jahre.
Techniker
- Teilzeit ca. 4 Jahre
- Vollzeit ca. 2 Jahre
Weiterhin sind die Zukunftsaussichten nach einer Weiterbildung zu beobachten.
Diese sehen für den Industriemeister derzeit nicht gerade rosig aus.
Vernünftige Stellen sind selten zu finden und das Angebot an ausgebildeten Meistern ist groß.
Hinzu kommt, dass viele Unternehmen inzwischen Meisterstellen lieber mit Technikern besetzen. Was sich evtl. dadurch erklären lässt, dass sich auch hier langsam ein Überangebot an Fachkräften bemerkbar macht.
Ob man die ständigen Klagen über den Fachkräftemangel in Deutschland ernst nehmen kann bleibt wohl offen. Im Bereich der Digital- und Printmedien jedenfalls ist seit Jahren eher ein Abwärtstrend an Stellenangeboten zu beobachten.
Auch wenn die derzeitige Situation nicht die beste ist, eine Weiterbildung – egal ob Meister oder Techniker- ist sicherlich nicht verkehrt. Denn obwohl die wenigsten sofort nach ihrem Abschluss einen entsprechenden Job bekommen, ist es immer ein Pluspunkt bei einer Bewerbung wenn man auf eine zusätzliche Qualifikation verweisen kann.
Oft zahlen sich derartige Weiterbildungen erst später aus, wenn es beispielsweise um die Neubesetzung von Stellen geht.
Zudem sei erwähnt, dass mit erfolgreichem Abschluss des Meisters oder des staatl. geprüften Technikers der allgemeine Hochschulzugang erworben wird. Dieser ist gleichwertig mit einem Abitur und berechtigt zum Studium jedes beliebigen Studiengangs an einer FH oder einer Uni.
Somit stellt eine Weiterbildung, beispielsweise zum Industriemeister, auch eine alternative zum Fachabitur dar.

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